Mein Urlaub 2003 ging mit Lars nach Montenegro, ein Land mit aufstrebenden Tourismus. Wusstet Ihr schon, Montenegro hat weltweit die zweitgrößte Schlucht nach dem Grand Canyon, hat den südlichsten Fjord weltweit und einen der letzten großen Urwälder in Europa. Kurz gesagt, Montenegro ist Europa in einer Nussschale. Angeboten wird es mittlerweile von allen großen deutschen Reiseveranstaltern. Reisetermin war vom 6.07.-20.07.03. Es war eine supergeniale Reise, wir erlebten dort ein Land mit netten freundlichen Menschen und einer einzigartigen Natur. Fahrt selber hin und überzeugt euch.
Hier ist mein Reisetagebuch:
06.07.03 Anreise mit Croatia Airlines nach Dubrovnik. Transfer mit dem Bus nach Risan/ Montenegro. Dort gab es den 1. Schock, mein Fahrrad hat den Flug nicht unbeschadet überlebt. Der Schalthebel war gebrochen.
07.07.03 Erkundung der näheren Umgebung, d.h. Fahrt mit dem Linienbus nach Kotor, Stadtbummel, Suche nach Fahrradersatzteilen, Besteigung der alten Festung Sveti Ivan, die rund 260 m über dem Fjord thront. Es ist ein lohnenswerter Aufstieg, da man von dort einen sehr guten Blick auf das Fjord hat.
08.07.03 Fahrt nach Dubrovnik, dort gab es einen geführten Stadtrundgang durch die wunderschöne Altstadt. Zum Glück sind fast alle Schäden beseitigt, die der Krieg 1991 angerichtet hatte. Danach ging es wieder auf die Suche nach Fahrradersatzteilen, leider wieder erfolglos. Nach einer kompletten Begehung der Stadtmauer ging es betrübt zurück zum Hotel.
09.07.03 Heute gab es unsere erste Wanderung in der näheren Umgebung von Risan, leider gab es nur zugewachsene alte Wanderwege, die wir nur bedingt nutzen konnten. Als Wanderkarte diente unsere "Generalkarte Kroatische Küste 1:200000", die aber erstaunlich gute Dienste leistete. Oberhalb der Fjordlandschaft entdeckten wir viele alte Festungsanlagen aus vorangegangenen Kriegen.
10.07.03 Unsere letzte Chance auf der Jagd nach Fahrradersatzteilen war die montenegrinische Hauptstadt Podgorica, die früher Titograd hieß. Mit dem Linienbus ging es kreuz und quer mit Umsteigen und Stop in Cetinje dorthin. Cetinje ist keinen Besuch wert, dort gibt es nichts atemberaubendes. Tja, auch die Hauptstadt sah trostlos aus, weit und breit keine Spur eines Fahrradladens. Nach Gesprächen mit Einwohnern führte uns der Weg zu einem Ramschmarkt mit sehr vielen Blechhütten und nach weiteren Suchen gab es eine "Hütte" mit Ersatzteilen. ---- DIE RETTUNG ---, mein Rad fuhr für 5 Euro wieder. Nach der 3 stündigen Rückfahrt gab es abends noch eine Boot-Promotionstour.
11.07.03 Unsere 1. Biketour führte uns ins Hinterland über Risan. So eine intakte Natur haben wir bisher selten gesehen, hinter jeder Kurve gibt es neue Eindrücke. Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem riesigen Denkmal mit Appellplatz mitten im Bergland vorbei, wo wir bis heute noch nicht wissen, an was dort gedacht wird. Als Abfahrt zum Fjord diente ein alter Handelsweg, der schön losging und zunehmend verblockt und zugewachsen war.
12.07.03 Unsere 2. Biketour ging auf der Strasse Richtung Kotor, weiter über den Trojica Pass zur Halbinsel Lustica. Ziel war eigentlich die "Blaue Grotte", aber die große Hitze und die Berge verkürzten unsere Tour. Eine geeignete Badestelle an der Adria haben wir auch nicht gefunden, so ging es vorbei an Schildkröten zum Flughafen Tivat, bei Landungen sehr interessant, da die Flieger über den Fjord kreisen. Mit der Fähre über den Fjord verkürzten wir uns den Weg, für Fußgänger und Radfahrer ist sie kostenlos. Baden ging es wie fast jeden Tag bei uns im Fjord.
13.07.03 Heute ging es früh los, wir hatten einen Rafting Ausflug gebucht, so eine Art JungfernTest für Reiseleitung und Gäste. Im Bus lernten wir Frauke und Andreas aus Rövershagen bei Rostock kennen, auch sie suchten das Abenteuer. Außerdem saßen noch Anita, Svetlana und Gregor von Big im Bus. Vor uns lag ein weiter Weg zum Tara Canyon, unterwegs gab es Frühstück am Moraca Canyon, Wahnsinn, wie riesig ein Canyon sein kann. Wir hätten nach jeder Kurve den Bus anhalten können, so beeindruckend war die Gegend. Aber der Weg war noch weit. Gegen 12.15 Uhr erreichten wir unseren Rafting Startplatz, das Camp Sljivansko. Nach 2 Beruhigungsschnäpsen stiegen wir ins Boot und erlebten eine geniale 2,5 stündige Tour durch die Tiefen der Tara Schlucht. Alle hatten ihren Spaß, paar gingen baden und das wichtigste Wort des Bootsführers war "Arbeiten-- Arbeiten ----". Nach der Raftingtour fuhren wir nach Zabljak und gingen bei Verica im Restaurant Koliba einheimisch und sehr lecker Essen. Die Gegend um Zabljak war so schön......mehr dazu später. Leider stand noch unser Rückweg zum Fjord an, unser Busfahrer hatte es bei einbrechender Dunkelheit und fehlenden Straßenschildern nicht leicht. 0.30 Uhr waren wir im Hotel.
14.07.03 Kotor war das Tagesziel, wir genossen den Tag bei Einkäufen, netten Fotos und lecker Pizza.
15.07.03 Ab heute besaßen wir einen Yugo Mietwagen, Modell Tempo 1,1. Andreas bekam einen hinteren Platz im Auto zugewiesen und dann tuckelten wir gemütlich bis auf 1700m Höhe zum Mausoleum Njegos. Dieser war in früheren Jahren Herrscher von Montenegro und bekam in den 70 er Jahren eine imposante Gedenkstätte. Weiter ging es zum wunderschön gelegenen Ort Rijeka Crnojevica, der alte Brücken und viele Fischerboote bietet. Für uns gab es dort eine lecker Forelle. Weiter geht die sehr schmale Straße durch eine sehr sehenswerte Landschaft, so ein Grün der Natur habe ich noch nie gesehen. Und immer wieder gibt es fantastische Ausblicke auf den Skutari See. Unser Auto wurde immer lauter, der Auspuff war locker. Immer der kleinen Straße am See entlang erreichten wir fast die albanische Grenze und blickten kurz rüber. Die Zeit raste, wir mussten heim und erlebten an der Adria noch einen schönen Sonnenuntergang. Wir machten noch einen Pizza Stop in Kotor und mussten mit Schrecken mit ansehen, wie riesige Flächen Hang bei Kotor in Flammen standen.
16.07.03 An diesem Tag verließen wir unser Hotel und fuhren wieder zurück nach Zabljak. Lars versuchte sich als Rennfahrer auf kurvenreichen Straßen quer durchs Gelände in Richtung Niksic (bekannte Bierstadt), wo wir erst einmal Geld nachtankten. Dann ging es immer gen Norden zum Stausee Pivsko jezero, ein Bauprojekt der 70er Jahre, wo sogar eine Stadt umgesiedelt werden musste. Wir verließen die Hauptstraße und schraubten uns auf einer mit Tunneln übersäten kleinen Straße ins Durmitor Gebirge hinauf. Auf einmal waren wir fast ganz alleine und erlebten einen fantastischen Nationalpark. Anlaufpunkt war wieder das Restaurant Koliba, wo wir auf Empfehlung von Gregor nach einem Zimmer fragen sollten. Und so bekamen wir ein schönes und beendeten den Tag mit einheimischer Kost.
17.07.03 Die Sonne weckte uns, auf dem Programm stand eine Wanderung und schon ging es los. Das nötige Essen besorgten wir uns im Ort und frühstückten gemütlich am Crno jezero, dem bekannten "Schwarzen See". Ziel der Wanderung sollte der Bobotov kuk sein, mit 2522m der höchste Berg Montenegros. Nach 3,5h erreichten wir auf ziemlich beschwerlichen Pfaden jedoch erst die Eishöhle Ledena pecina, wo wir eine ausgiebige Fotopause machten. Diese Abkühlung auf ca. 3 Grad tat uns sehr gut bei der großen Hitze. Auf einmal war es nach 14 Uhr und der Berg war noch min. 2 Stunden entfernt. Da entschieden wir uns doch lieber für den Rückweg, denn auch der war auf diesen Pfaden noch weit. Nach einer Umrundung des Crno jezero erreichten wir glücklich unser Zimmer und ließen den Abend wieder bei Verica im Restaurant bei lecker Kajmak, Naturjogurt, Lammfleisch, Dessert und "Hochprozentigen" ausklingen.
18.07.03 Früh weckte uns wieder die Sonne und jetzt hieß es Abschied nehmen vom Durmitor Gebirge. Unser Frühstück besorgen wir uns wieder bei "TONI" im Einkaufsladen und fuhren zum frühstücken an den Tara Canyon. Nach Essen und paar Fotos wurden wir bei der Suche unseres nächsten Zieles in Mojkovac von der Polizei angehalten. Nach oberflächlicher Überprüfung (zum Glück) und Ablenkung mit der Straßenkarte durften wir weiterfahren. Ziel war der Biogradska Nationalpark, einer der letzten großen Urwälder in Europa. Wir erkundeten für 3 Stunden grob den Park, kraxelten über einen biologischen Pfad mitten durch ein Flussbett, total urig. Unsere Fahrt ging weiter zu den Klöstern Moraca und Ostrog, beide sind sehr sehenswert, Moraca bietet Wandmalereien und Ostrog ist zum Schutz vor den Türken an einem Felshang erbaut. Eine Mutprobe gab es auch, wir testeten eine Hängebrücke auf Belastung. Pünktlich zum Abendessen erreichte unser Rallyewagen mit uns wieder den Fjord. ....und abends gab es das "große Erzählen".
19.07.03 Auf dem Weg nach Herceg Novi umrundeten wir noch den Rest Fjord und gaben unseren Mietwagen dort ab, machten noch einen kleinen Stadtbummel und fuhren zurück zum Hotel. Jetzt stand noch das restliche Karten schreiben, kleine Einkäufe und das Sachen packen auf dem Programm. Abends wurde noch der Abschied mit Anita, Frauke und Andreas mit kräftig Rum-Cola gefeiert.
20.07.03 Tag der Heimreise. Wir wurden zum Flughafen Dubrovnik gebracht, mussten ein paar Stunden warten, Lars musste seinen Fahrradkarton mit Gewalt durch die zu kleine Durchleuchtungsanlage schieben und dann hob der Flieger pünktlich ab und brachte uns sicher heim.
Links zum Thema:
www.montenegro-info.com, www.montenegro-reisefuehrer.de, www.montenegro.org, www.meridian.com, Bericht von Thomas Longin, www.tarafriends.com,
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